Was ist der Handelsspannenausgleich?
Der sogenannte Handelsspannenausgleich (HSA) ist eine finanzielle Kompensation, die Apotheken an den Großhandel leisten müssen, und zwar immer dann, wenn bestimmte Umsatzvorgaben, etwa der durchschnittliche Packungspreis, nicht erreicht werden.
Gut zu wissen: Die Großhandelsspanne wird individuell zwischen Apotheke und Großhändler vereinbart. Sie kann sich daher je nach Großhändler und Apothekentyp erheblich unterscheiden.
Für Apotheken ist der HSA besonders deshalb relevant, weil er direkt auf die Marge wirkt – also euren wirtschaftlichen Spielraum schmälert.
Noch schwieriger: Der HSA ist in der Regel nicht auf den ersten Blick in der Rechnungsprüfung erkennbar. Das wird spätestens dann zum Problem, wenn vermehrt hochpreisige Medikamente über den Großhandel bezogen werden.
Umsatzstruktur regelmäßig analysieren
Beobachtet über den Monat hinweg, wie sich eure Einkaufsstruktur zusammensetzt:
- Wie viel kauft ihr über den Großhandel ein?
- Wie viel läuft über den Direktbezug?
Ein besonders hilfreiches Werkzeug: ein Stücknutzen-Rechner in Excel. In diesem sind die Lieferantenkonditionen hinterlegt. Ihr gebt nur den Einkaufspreis ein und seht sofort, bei welchem Lieferanten ihr den höchsten Stücknutzen erzielt.
Zusätzlich empfehlenswert: Eine eigene Konditionstabelle für hochpreisige, häufig abgegebene Medikamente. Damit stellt ihr sicher, dass genau diese Arzneimittel immer direkt bezogen und nicht aus Versehen beim falschen Lieferanten bestellt werden.
Das kann manchmal pro Artikel schon mal locker 50–100 Euro ausmachen.
Anja Paape (Apothekenmanagement) – ”MediosApotheke” Berlin
Kostenlos. Relevant. Speziell für Apotheken.
Bestellungen gezielt steuern
Haltet eure Umsätze mit dem Großhandel im Gleichgewicht, indem ihr hochpreisige Artikel gezielt über den Direktbezug laufen lasst und parallel bewusst kleinere oder mittelpreisige Produkte über den Großhandel bestellt.
Beispiel: Wenn ihr ein hochpreisiges Medikament wie ein Onkologikum direkt beim Hersteller oder einem Importeur bezieht, solltet ihr darauf achten, andere Produkte – etwa Alltagsmedikation im mittleren Preissegment – gezielt über den Großhandel zu bestellen. So bleibt euer Umsatz dort stabil, und ihr vermeidet den Handelsspannenausgleich.
Fazit: Handelsspannenausgleich vermeiden
Wer hochpreisige Arzneimittel gezielt über den Direktbezug steuert und gleichzeitig die Umsätze beim Großhandel im Gleichgewicht hält, kann den Handelsspannenausgleich vermeiden. So schützt ihr eure Marge und sichert die wirtschaftliche Stabilität eurer Apotheke.


